Historie

Die Black Mermaid = schwarze Meerjungfrau (Meerjungfrau = Najade) wurde im Jahr 1971 gebaut und nach nur zwei Jahren (in meinem Geburtsjahr 1973) an meine Voreigner verkauft. Seitdem wurde das Boot liebevoll gepflegt, stets gewartet und mit Investitionen verwöhnt. So wurden die Segel immer aktuell und in gutem Zustand gehalten, im Jahr 2000 ein neuer sehr guter Dieselmotor verbaut, das Rigg für extremen Wind verstärkt…

Die Voreigner besegelten jährlich den gesamten Ostseeraum und in Berlin ist das Boot weithin bekannt.

Ich hatte sehr großes Glück, ein Boot aus solch liebevollen Händen habe kaufen zu können.

 

Zum Bootstyp:

Das Boot wurde von der Genzel Werft (Phantom Yachten) entworfen.

Insgesamt baute die Genzel Werft über die Jahre 530 Phantoms aller Größen. Eine beachtliche Stückzahl für das Familienunternehmen aus Hagen in Nordrhein-Westfalen, das zu Beginn nicht vorhatte eigene Boote zu bauen.

Anfang der 60‘iger Jahre lernt Reinhard Genzel in den Niederlanden die Brüder de Kloet aus Hilversum kennen, die sich später durch die Fellowship 27 eine Namen machen werden. Zusammen beschließen sie auch ein Standbein in Deutschland, in dem die Begeisterung für den Wassersport immer weiter zunahm, zu gründen. 1963 wird die „Jacht- und Bootsagentur Reinhard Genzel“ gegründet. Zusammen mit einem Boot(Mistress MK2) aus England verkauft Genzel von nun an die Boote der de Kloet Werft an deutsche Kunden. Die verschiedenen WHR-Fahrtenkreuzer verkaufen sich rasant. Bereits 1964 konnte Genzel über 100 von ihnen an den Mann bringen und mietet sich eine Halle in Hagen-Tücking an, um dort eine ständige Ausstellung der neuesten Boote zu präsentieren.

Während Genzel immer weitere Modelle vertreibt, wächst das Unternehmen, sodass 1965 schließlich sein Schwager mit in das Unternehmen einsteigt. Aus der kleinen Jachtagentur wurde nun das Familienunternehmen „Genzel & Bergmann“. Die nächsten zwei Jahre vertreibt die Firma weiterhin die altbewährten WHR-Fahrtenkreuzer bis es 1967 schließlich zu einer engen Partnerschaft mit der Yachtwerft Olympus aus Holland kommt, dessen Namen vorerst auch die Firma führen wird. Die „Yachtwerft Olympus, C. Genzel“ verkauft mit mäßigem Erfolg den Europakreuzer 7000 und 8000. Doch die Partnerschaft ist nicht von Dauer. 1968 überwerfen sich beide Parteien. Olympus gibt bekannt, dass die Geschäftsbeziehungen zu Genzel beendet worden seien und will fortan ihre Yachten eigenständig in Deutschland vertreiben.

Doch Genzel lässt sich nicht vom Markt drängen. Noch während er den Europakreuzer vertreibt, macht ihm ein erfahrender Segler und Hobbykonstrukteur starke Vorwürfe über den kleinen Kreuzer. Der Kritiker namens Wilhelm Jenneskens aus Krefeld präsentiert Genzel ein von ihm selbst entworfenes und gebautes Schiff. Genzel erkennt die Chance und vertreibt die Najade 900/930, die Jenneskens für ihn in Krefeld baut. Das kleine Schiff wird von der Fachpresse in höchsten Tönen gelobt. Auch Jenneskens erkennt seine Chance, verlegt die Produktion aus seiner Scheune in eine stillgelegte Fabrik nach Mönchengladbach und gründet 1969 die „Najade Bootsbau GmbH“. Genzel verliert den Vertrieb der Najade.

Unterdessen meldeten sich die alten Partner aus Holland eindrucksvoll mit der Fellowship 27 zurück, die Genzel ab 1969 exklusiv in Deutschland vertreibt. Der in Holland sehr beliebte Fahrtensegler verkauft sich in Deutschland nur schleppend, kann aber doch eine kleine Fangemeinde sammeln und bleibt bis 1972 in Genzels Programm, bis er Genzels eigener Serie endgültig weichen muss.

(dankenswerter Weise aus: http://www.sy-technika.de)

 

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